Direktkandidatin für den Niedersächsischen Landtag im WK 35: Interview mit Nicole van der Made

  • Veröffentlicht am: 9. Oktober 2017 - 20:50
Nicole van der Made, Foto: Sven Brauers

Nicole, hast Du einen Bezug zu Springe?

Ja, meine Eltern sind oft mit uns Kindern in den Saupark nach Springe gefahren und auch ich habe das oft mit meinen Töchtern gemacht, das Wisentgehege war immer ein Highlight, meine Kinder und ich haben das jedes mal sehr genossen und es ist von uns nicht weit, wir sind in gut 20 Minuten da.

Was machst Du beruflich?

Ich bin gelernte Tischlerin, war als solche 20 Jahre mit einem Handwerksbetrieb selbständig. Nach einer weiteren Ausbildung bin ich seit acht Jahren Finanzkauffrau und arbeite bei einem Kanadischen Unternehmen im Innendienst, dort betreue ich den Keyaccont und unsern Außendienst und ich entwickle als Studienleitung für einem Bildungsträger im Bereich Freizeit, Kultur und Gesellschaft den Programmteil für politische Bildung, Naturwissenschaften, neue Medien und Kreativität für das Kinder- und Jugendprogramm und suche hierfür auch immer Dozent*innen.

Wie ist Deine private Situation?

Ich lebe seit 21 Jahren mit meinen Töchtern auf einem alten Hof im Umland von Hannover (Ditterke), aufs Land bin ich damals gezogen, weil ich wollte, dass meine Kinder in der Natur und mit Tieren aufwachsen. Als alleinerziehende Mutter war es rückblickend für mich auch hinsichtlich der sozialen Gemeinschaft eine gute Entscheidung auf das Land zu ziehen. Nur die Infrastruktur fand ich immer ausbaufähig vom Kindertagesstättenbedarf über Ganztagsschule und Hort sowie Senior*innen Treffpunkte bis hin zum ÖPNV.

Wir sind alle politisch aktiv. Ich war bis 2016 im Stadtrat von Gehrden, habe den Staffelstab an meine Tochter abgeben, die nun im Stadtrat als jüngstes Ratsmitglied grüne Politk macht und ich bin seit Herbst 2016 Mitglied der Regionsversammlung und dort gleichstellungspolitische Sprecherin der Regionsfraktion von BÜNDIN 90/ DIE GRÜNEN.

Gibt es ein politisches Thema, das Dir besonders am Herzen liegt?

Oh ja, die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander, jedes fünfte Kind lebt in Deutschland in  Armut. Besonders betroffen sind Kinder, die in Einelternfamilien aufwachsen. Und Alleinerziehende sind in unserem System besonders benachteiligt, da spreche ich aus Erfahrung. Ich kämpfe für Chancengleichheit, die Gleichstellung von Frau und Mann, gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit und für die Anerkennung von Pflege und Kindererziehungszeiten bei der Rente.

Die Frage nach sozialer Gerechtigkeit und nach einer solidarischen Gesellschaft beschäftigen mich.

Ich setze mich für die Stärkung der Hebammen ein, es kann nicht sein, dass immer mehr Geburtskliniken und Kreissäle schließen und Frauen es deshalb nicht rechtzeitig in eine Klinik schaffen! Geburtshilfe ist m. E. eine medizinische Grundversorgung, deshalb sollten die Länder die Gründung von Hebammenpraxen fördern! Und es muss eine Lösung zur Finanzierung der hohen Haftpflichtversicherung für Hebammen geben, sonst gibt sind bald keine Haus- und Beleggeburten mehr möglich. Wir dürfen die Frauen bei der Geburt und Nachsórge nicht allein lassen.

Und als Gleichstellungspolitikerin in der Regionsversammlung habe ich zu allen Kommunen im Umland eine gute Verbindung und wir Besuchen mit der grünen Fraktion alle Bürgermeisterinnen und Bürgermeister der Kommunen, um uns über die Lage vor Ort ein Bild zu machen und die jeweiligen Themen und Belange mit in die Regionsversammlung zu nehmen.

Wie bist Du zu den Grünen gekommen?

Politisiert wurde ich durch meine Eltern, die waren beide sehr politisch und haben uns schon als Kinder ermutigt auf Demos für unsere Rechte einzustehen.  Als junge Frau habe ich in Hannovers Nordstadt gelebt und habe mich dort in der ein und anderen Bürgerbewegung politisch eingebracht. Ich habe über Jahre in der Umwelt- und Anti Atom Bewegung mitgearbeitet und organisiert. Eines Tages sprach mich ein Freund aus der Bürgerinitiative an, ob ich nicht mal mit zu den Grünen kommen will. Das war der Anfang meiner grünen politischen Leidenschaft.

Auch meine erfahrungsreiche Zeit als alleinerziehender Elternteil hat dazu beigetragen, dass ich mich bei den Grünen engagieren wollte, um für die kommenden Generationen die Fehlentwicklungen im Sozial- und Geschlechterpolitischen Bereich abzubauen.

 

Nicole van der Made

Direktkandidatin für den Niedersächsischen Landtag im WK 35

E-Mail: nicole.vd.made@gruene-hannover.de

Homepage: https://nicole.gruene-hannover.de/

https://www.facebook.com/nicole.v.d.made/notifications/

https://twitter.com/NicvanderMade