Die Geister, die ich rief...

  • Veröffentlicht am: 21. Mai 2019 - 7:59
Elke Thielmann-Dittert

Nun haben es offenbar auch SPD und CDU begriffen: Die mit aller Macht in Springe als Vorreiterkommune in Niedersachen eingeführten Wiederkehrenden Beiträge zum Straßenausbau führen tatsächlich zu einer hohen finanziellen Belastung für die Bürgerinnen und Bürger in Springe! Mit einem Ratsantrag versuchen sie sich nun in Schadensbegrenzung.

"Das erinnert doch sehr an Goethes Zauberlehrling", stellt Elke Thielmann-Dittert, Fraktionsvorsitzende der Grünen fest. "Die Geister, die gerufen wurden, wachsen den beiden Fraktionen offenbar schon nach einer kurzen Praxisphase über den Kopf." Der Straßenausbau solle nun zukünftig also nach finanziellen Aspekten und nicht mehr nach Sachargumenten erfolgen. "Fachlich macht es aber keinen Sinn, Straßenbaumaßnahmen kreuz und quer über das Stadtgebiet zu verteilen. Sie gehen in der Regel mit Kanalsanierungen einher - und die müssen in einem Zuge erledigt werden," so Thielmann-Dittert.

Die Warnungen der Opposition, dass mit den WKB erhebliche Belastungen für einzelne Stadtgebiete einhergehen würden, haben die Fraktionen bei ihrem Beschluss bewusst kleingeredet. Dies mit dem aktuellen Antrag auffangen zu wollen, sei absurd. Einzig eine nochmalige Änderung des Beitragssystems könne die Situation im Sinne der Springerinnen und Springer entschärfen.