28.03.2019: Gunnar Thöle bringt Licht in den CO2-Dschungel

  • Veröffentlicht am: 31. März 2019 - 13:55
Gunnar Thöle klärt auf
Gunnar Thöle klärt auf

Gunnar Thöle bringt etwas mehr Licht in den CO2-Dschungel

Erdbeeren aus Spanien, vegetarische Wurst, Reisen mi der Diesellok, per Flugzeug oder im vollbesetzten Auto - was ist gut und was ist schlecht für unser Klima?

  Der Raum „Saupark“ im DRK-Zentrum in Springe war am Donnerstagabend mit fast 50 Zuhörer*innen gut gefüllt. Die Springer Grünen hatten im Rahmen ihrer Klima-Vortragsreihe den Berliner CO2-Experten Gunnar Thöle eingeladen. Besonders erfreut zeigte sich Organisator Dennis Allerkamp von der Anzahl der Jugendlichen, die sich zu der Veranstaltung eingefunden hatten.

Gunnar Thöle begann seinen Vortrag mit der Information, dass in Deutschland jede Person den Ausstoß von ca.10-11 Tonnen Kohlendioxyd (CO2) zu verantworten hat. Auf der Pariser Klimakonferenz hat sich Deutschland dazu verpflichtet, diesen Wert bis zum Jahr 2050 auf etwa 2,5-3 Tonnen zu reduzieren. Seit der Konferenz ist der CO2 Ausstoß in Deutschland sogar noch etwas gestiegen, was belegt, dass die Bundesregierung dieses Thema immer noch nicht mit der erforderlichen Konsequenz angeht. Deshalb appelliert Gunnar Thöle in seinen Vorträgen, dass jeder Einzelne bei sich selbst anfangen kann seinen persönlichen Beitrag zur CO2 Einsparung zu liefern.

An vielen Beispielen zeigt er auf, dass es Lebensbereiche gibt, wo Einsparungen effektiv umgesetzt werden können. So zum Beispiel bei der Gebäudedämmung. Es gibt schon heute bezahlbare Standardhäuser die extrem wenig Energie benötigen, es gibt sogar schon Häuser, die mehr Energie produzieren, als sie selbst benötigen. Auch bei der Ernährung gibt es eindeutig klimafreundliche und klimaschädliche Produkte. Heimisches Gemüse zur Erntezeit gekauft hat kaum Einfluss auf unsere Co2 Bilanz, bei Michprodukten, bei Fleisch und Wurst, insbesondere bei Rindfleisch sieht die CO2-Bilanz deutlich schlechter aus. Gunnar Thöle verteufelt diese Produkte nicht gänzlich. „Der Sonntagsbraten ist ein legitimer Genuss, ein täglicher Fleischkonsum ist schädlich für unser Klima und auch für die Gesundheit“, so Gunnar Thöle.

Wesentlich schwieriger ist die Betrachtung unserer Mobilität. Die Reise mit einer Elektrolok oder einer Diesellok macht in Sachen Klimaschutz einen riesigen Unterschied. Auch das Thema fliegen hat viel Schatten. „Wenn Sie schon in den Urlaub fliegen, dann bitte Langstrecke, als Highlight alle paar Jahre ist das o. k.“ so Thöle. Dagegen sind Flüge innerhalb Europas eine ziemliche CO2 Katastrophe. Mit der Bahn reist man klimafreundlicher, die Anreise ist schon ein Erlebnis und sehr viel mehr Zeit benötigt man auch nicht. Sogar die Reise mit dem Auto ist akzeptabel, allerdings sollten schon 4 oder mehr Insassen transportiert werden. 

Für alle, die sich mit dem Thema CO2 Verbrauch weiter beschäftigen möchten empfiehlt Gunnar Thöle WEB-Seiten wie „eingutertag.org“, „gemis.de“ oder „probas.umweltbundesamt.de“.

Bevor Gunnar Thöle die abschließende Fragerunde einläutete gab es noch ein Beispiel zum Schmunzeln. Die Nutzung eines Fahrstuhls erzeugt deutlich weniger CO2 als der Weg über das Treppenhaus. Gunnar Thöle empfiehlt trotzdem das Treppenhaus. Denn die Gesundheit ist auch ein Aspekt, den wir nicht außer Acht lassen sollten. 

Die Grüne Klimareihe wird im Mai mit einem Klima-Kochen-Workshop fortgesetzt.

 

Gez.  Thomas Hüper-Maus

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