Von Norman Holzmann: JugendTrail: bitte nachhaltig und für alle

  • Veröffentlicht am: 16. Februar 2020 - 17:36

Die Springer Grünen begrüßen ausdrücklich das Projekt JugendTrail. Wir wollen dieses Konzept für die Springer Jugend nach allen Kräften unterstützen. Bei dem JugendTrail sollte es sich um einen Treffpunkt für Jugendliche handeln mit verschiedensten Angebote zur Freizeitgestaltung: Angebote des Jugendzentrums, diverse Sport- und Bewegungsangebote, aber auch klimafreundliche Angebote so zum Beispiel ein Naturpfad. Haben wir doch als Gesellschaft nicht nur die primäre Verantwortung unseren Kindern eine Zukunft ohne Verschwendung von nicht erneuerbaren Rohstoffen weitestgehend zu ermöglichen, sondern auch den Auftrag Kindern und Jugendlichen ein Vorbild im Umgang mit der Umwelt zu sein.

Ein Kunstrasenplatz erfüllt keins von diesen Zielen. Dies wurde auch deutlich von BÜNDNIS 90/ Die GRÜNEN in der Ratssitzung vom 12.12.2019 dargestellt. Allen voran die SPD hatte jedoch in dieser Ratssitzung die Situation anders dargestellt als der jetzige Maßnahmenkatalog aufzeigt.

Wie schon in der Stellungnahme der Springer Grünen im Nachgang zu der Ratssitzung zu lesen war, ist ein Betrag von rund 200 000 EUR für die Planung und Bau eines solchen Projekts nicht realistisch. Denn der Unterbau vom Ascheplatz auf dem der Kunstplatz entstehen soll ist absolut nicht geeignet für dieses neue System. 

Aus dem Pressartikel vom 08.02.2020 der NDZ ist nun zu entnehmen, dass die Kosten für den Kunstrasenplatz sich doch auf 500 000 EUR belaufen, und nicht wie von der SPD in der Ratssitzung propagierten 200 000 EUR. D.h. 50% des vorgesehenen Budgets kommen nur einer kleineren Klientel von Jugendlichen zu gute. Ist das wirklich die Zielgruppe, die ursprünglich erreicht werden sollte, oder ging es doch vielmehr darum Kindern und Jugendlichen, die eben nicht in Vereinen gut versorgt sind, ein zusätzliches Angebot an sinnvoller Freizeitgestaltung anzubieten? 

Dieses gesamte Projekt soll auch von Spenden und einer großen Bürgerbeteiligung abhängig sein. Weiterhin ist geplant den JugendTrail in Bürgerhand zu übergeben: d.h. in 10-12 Jahren sind die engagierten Bürger und Spender für die Entsorgung von nicht recyclebaren Kunststoffen verantwortlich! Wo doch eigentlich die Verantwortung inklusive Pflege und finanzieller Mitbeteiligung dann doch die Vereine tragen sollten, die es hauptsächlich nutzen. 

Die beiden Hauptinitiatoren für den Kunstrasenplatz sind das OHG und der FC Springe. Ihnen soll auch ein Vorrecht bei der Nutzung eingeräumt werden. Dies bedeutet zwangsläufig, dass alle anderen Jugendlichen bei einem angemeldeten Bedarf des FC Springes passen müssten. Ist das im Sinne eines Jugendzentrums?

Aus dem Maßnahmenkatalog ist auch zu entnehmen, dass der Platz vermietet werden kann. Jedoch soll er gleichzeitig offen für alle Springer sein. Wie sehr der Platz am Ende von anderen Vereinen tatsächlich genutzt werden kann, wenn der FC Springe gleichzeitig mit einem anderen Springer Verein bei schlechtem Wetter den Bedarf des Platzes anmelden, steht in den Sternen.

Das gesamte Projekt inklusive Kunstrasen ist nicht nachhaltig. Die hohen Kosten für eine enggefasste Zielgruppe zur fast exklusiven Nutzung ohne akuten Bedarf zugutekommen zu lassen ist unfair und zum Nachteil aller Kinder und Jugendlichen, die nicht Fußball spielen.